Wien wie Unna: falsche (?) Rufnummern

An diesem Montag, den 03.01.2005 gibt es gleich zwei bemerkenswerte Geschichten über (angeblich oder eben doch nicht?) verwechselte Telefonnummern.

Eine aus Österreich - und eine aus Deutschland.

- In der Montags-Ausgabe von "wienweb 2005" schreibt "gb" unter der Überschrift: "Peinlich.
Flut-Hotline in Steuerreform-Inserat.
"

Peinlicher Fehler in einem Steuerreform-Inserat der Regierung: Infos zu den Steuererleichterungen gibt es laut der Anzeige unter der Hotline-Nummer für Angehörige der Flutopfer.

Zahlreiche Anrufe zur Steuerreform seien eingegangen, heißt es. Die Mitarbeiter der Hotline, die mit der Aktualisierung der Vermisstenlisten genug zu tun hätten, müssen nun bei Fragen zur Steuerreform auf die neue Nummer 08100 00 12 28 verweisen.

Grund der peinlichen Verwechslung: Die aktuelle Flutopfer-Hotline ist die eigentliche Nummer des Österreichtelefons. Bei der Erstellung des Inserats wurde dieses Faktum offenbar übersehen. Von den Oppositionsparteien hagelte es jedenfalls Kritik.

Worauf an gleichen Tag das Bundeskanzleramt klarstellen lies, "dass die Telefon-Hotline 0800-222-666 sowohl für Anfragen von Angehörigen der Flut-Katastrophe als auch für Anfragen zur Steuerreform zur Verfügung stehe." Da diese Nummer des „Österreichtelefons“ der Bundesregierung seit Jahren bestünde und über diese auch allgemeine Bürgeranfragen, die nicht im Zusammenhang mit der zur Flutkatastrophe stehen, eingingen, laufe die Nummer über ein eigenes Callcenter. Dieses diene als Vermittlungsstelle.

Bleibt allerding die Frage, warum man ausgerechnet zwanzig Angehörige des Bundesheeres dazu ohne Vor-Ausbildung dazu abkommandiert hat, an dieser Hotline Rede und Antwort zu stehen...

- Und über ein ähnlich vertrackte Geschichte in Deutschland berichtet "vs" aus Unna unter dem Titel "Keine Arbeit unter dieser Nummer?" die Westdeutsche Allgemeine, WAZ, wie folgt:

Alle Wege führen ins Standes-, nein ins Umweltamt.

Synergieeffekte nutzen. Das beschwören nicht wenige Politiker und Behördenmenschen oft und gerne. Es scheint, als werde dementsprechend alle Arbeit jetzt bei Umweltamtsleiter Dr. Joachim Schmidt zusammengeführt.

Denn tatsächlich vermittelt er neuerdings auch Menschen in Arbeit - laut Telefonanschluss. Die Tel:-Nummer 3323-0 führt direkt in Schmidts Büro. Und nicht, wie eigentlich richtig und im noch bis Februar geltenden Telefonbuch vermerkt, in den A-Punkt der Arbeitsagentur ins Domizil am Markt.

Gerade zu der jetzt beginnenden heißen Hartz-IV-Phase muss der Umweltmensch Schmidt zum Arbeitstier werden - und vermitteln. Zwar keine Jobs, denn die sind aktuell in seiner Verwaltungsabteilung nicht frei. Aber er vermittelt den richtigen Anschluss der Arbeitsagentur. Weil vor dem Jahreswechsel und seit gestern wieder zahlreiche Arbeitssuchende die A-Punkt-Nummer anwählen. Und bei Schmidt landen.

"Bei mir geht alles", scherzt Schmidt, "wir regeln das Arbeitslosengeld II, machen Umweltschutz und führen auch noch Trauungen durch". Damit weist er auf seine neue Adresse hin: Das Umweltamt ist am 13. Dezember aus dem Rathaus ins Standesamt umgezogen.

Und genau da liegt laut Stadtsprecher Uwe Hasche die Krux. Der A-Punkt hatte längst die 3323-0 abgegeben und ist über die Arbeitsagentur erreichbar (Tel: 2807-0 oder direkt: Tel: 2807-244). Als nun das Umweltamt im Standesamt vier Büros im ersten Stock bezog, war eine neue Amtsleitung nötig, um den Telefonverkehr umzuleiten. Und - Sie erraten es - diese Amtsleitung ist die alte des A-Punktes und wurde der Stadtverwaltung zugeschlagen.

Wie das Rathaus samt Umweltamt mit der überflüssigen Nummer umgeht, wird beraten. Verraten können wir aber, dass Umweltamtsleiter Dr. Joachim Schmidt in der glücklichen Lage ist, ein Telefon und zwei Nummern zu besitzen. Die "falsche" ist bekannt, die "echte" ist auch mit umgezogen: Sie lautet Tel: 103-295. Wetten?!