CeBIT- und Perlentaucher-Jubiläen

Viele haben es kaum mitbekommen, dass dieses Jahr die eingenständige 20. Veranstaltung jenes bis dahin im Rahmen der Hannover-Messe aufgebauten Centrums der Büro- und Informationstechnik war. [1]

Aber nicht nur das: 2005 ist auch das Jahr, in dem man auf ein Jahrzehnt der immer noch erstaunlich erfolgreichen Einführung von SMS zurückblicken und die Weitsicht jener in Erinnerung bringen kann, die bei ALCATEL und anderswo die Extra-Mittel bereitgestellt hatten, damit dieser Dienst mit implementiert werden konnte, obwohl damals kaum einer diesen geradezu explosionsartigen Erfolg wirklich hätte vorhersehen können.

Und es ist das Jahr, in dem der Heise-Verlag auf ein Jahrzehnt der erfolgreichen Digitalisierung des Telefonnetzes verweist. Wobei aus eigener Erfahrung der Beginn der ISDN-Nutzung alsbald auf gut und gerne 20 Jahre zurückzurechnen sein wird.

Vielleicht werden wir ja im Jahr 2006 an die Geburtshelfer der dann zwanzigjährigen CeBIT erinnern als auch Jener (ge)denken, die in dem ersten "Book-of-Fools" der digitisierten Telekommunikationsanschlussteilnehmer im Raum Mannheim/Ludwigshafen erfasst worden waren.

Dass aber über dieses Themen gerade heute, am vorletzten CeBIT-Messetag geschrieben wird, ist eigentlich einem ganz anderen Jubiläum zu verdanken, das wiederum ohne diese Entwicklung für fünf Jahren nicht möglich gewesen wäre und doch auf eine ganz andere Ebene verweist: die erste Publikation von perlentaucher.de .

Am 15. März 2000, fast genau am Tag des höchsten Börsenstandes, ging der Perlentaucher erstmals online. Seitdem ist die Presseschau kein einziges Mal ausgefallen, nur manchmal war sie ein wenig zu spät - technische Probleme mit dem Wecker! Der Perlentaucher hat inzwischen knapp 500.000 Besucher im Monat. Er ist wohl das größte Kulturmagazin im deutschsprachigen Netz und bietet neben Feuilleton-, Bücher- und Magazinrundschau inzwischen eine Menge eigenen Inhalt: Arno Widmann räumt regelmäßig seinen "Nachttisch" leer. In "Vorgeblättert" bringen wir Vorabdrucke. Rüdiger Dingemanns "Medienticker" informiert über die Medienwelt, Sandra Evertz’ "Buchmacher" über die Buchbranche, und die "Teletaucher" kündigen die kulturell interessanten Sendungen im Fernsehen an.

Der Perlentaucher begeht seinen fünften Geburtstag, indem er den nullten von signandsight.com feiert. So wird unser englischsprachiger Dienst heißen, der heute [das war der 21.02.2005 - WS.] online geht. signandsight.com wird auf englisch über das Kulturleben aber auch über kulturelle und gesellschaftliche Debatten in deutschsprachigen Medien informieren. Auch hier werden wir täglich in die Presse blicken und aus den interessantesten Artikeln auf englisch zitieren: Die Presseschau wird auf der Presseschau des Perlentauchers basieren aber nicht einfach als Abklatsch, denn manche Dinge sind fürs internationale Publikum verzichtbar, andere müssen erläutert werden.
[...]

Wir glauben: Der Perlentaucher ist immer noch ganz neu, während signandsight.com
 [2] schon jetzt historisch ist! [3]

[1Fast hätte die am 12. März 1986 gestartete Veranstaltung "CeBOT" geheissen. Das hat nichts mit dem zu tun, was wir heute als "bots" kennen, sondern sollte als Kürzel eines nunmehr eigenständigen "Centrum[s] für Büro- und Organisationstechnik" stehen. Dass sich dann eine relativ knappe Mehrheit des Messebeirats mit dem "BIT" in der zweiten Silbe hat durchsetzen können, war auch dem damals noch fast visionären Argument zu verdanken, dass diese Bezeichnung für die kleinste und wichtigste Einheit des Computers stünde und man somit die zunehmende Bedeutung der elektronischen Datenverarbeitung, der EDV, hervorheben könne.

[2Über die Bedeutung des Namens siehe auch den Artikel von John Lambert:
Four Words are Better than Two. On the new website signandsight.com .

[3Zitiert aus der Ausgabe vom 21.02.2005 "In eigener Sache":
http://perlentaucher.de/artikel/2216.html