NAB 05
Rien ne vas plus

Nichts ist ärgerlicher, als das man alles sorgfältig hat und dann dennoch nicht in der Lage ist, die vorgesehenen Aufgaben zu erfüllen.

T-Mobile: schon Wochen vorher geprüft, ob der Dienst in Las Vegas zur Verfügung steht. Nachdem die für solche Fragen zuständige hotline nicht hat helfen können, schliesslich die US-Seite von T-Mobile aufgerufen und selber nachgeschaut. Am nächsten Tag meldete sich dann ein kompetenterer berliner Fachdienst und bestätigte, was die Webseite aussagt: wenn sich das Telefon in das 1800er Netz einwählen kann - also ein so genanntes 3-Band-Gerät ist - dann sollte sich das Telefon mit einer D1-Karte automatisch in den Dienst einloggen.

In der Tat: in Washington wird ein VoiceStream-Service identifiziert, in Las Vegas aber nur zwei Dienste von anderen Anbietern
-  PAC BELL 310-170
-  USA 310-380

Das war’s. Von T-Mobile weit und breit keine Spur. [1]
Dabei war dies die Voraussetzung dafür, keine eigene US-Telefon-Karte einzusetzen, da die T-Mobile-Roaming-Kosten zwar immer noch teuer sind, aber weit günstiger als mit anderen Providern.

Es wird spannend sein, ob nach dem Widerspruch gegen die jetzt entstehenden Kosten T-Mobile bereit sein wird, „nur“ zu den eigentlich eingepreisten und geplanten T-Mobile-Kosten abzurechnen - und die Differenz zu erstatten.

HP-Omnibook 510. Mit diesem Gerät kommt es noch schlimmer. Es gab immer wieder Koordinationsprobleme mit dem Rechner und der Dockingstation. Dennoch ist deren Inbetriebnahme ab und zu unvermeidlich, da zum Beispiel DVD’s und CD-Rom’s nur über diese eingelesen werden können.
Aber „Pustekuchen“ - in einer Mehrzahl der Computer-Neustarts werden die in der Dockingstation einbauten „externen“ Laufwerke nicht erkannt. Oder aber nur das Laufwerk „A“ für die 1,4 Zoll-Disketten. Alle Soundfiles mit den Konferenzmitschnitten wurden aber auf einer CD angeliefert - und konnten nicht gespielt werden, da das Laufwerk nicht erkannt wurde.
Was zur Folge haben kann, dass einer der vereinbarten Jobs nicht erfüllt wird.

Ärgerlich ist, dass - wie auch bei T-Mobile - die entsprechenden Hotlines frühzeitig verständigt und auf die anstehenden Fragen / Probleme aufmerksam gemacht wurden. Und dass sich dennoch - trotz aller persönlichen Bemühungen der angefragten Personen - letztendlich keine Lösungen herbeiführen liessen, die der versprochenen Qualität des Produktes entsprochen hätten.

Am ärgerlichsten aber ist vor allem die Zeit, die bei all diesen Massnahmen zum Teufel geht: die bereits im Vorfeld aufgebracht Zeit, alles möglichst gut vorzubereiten ebenso wie die Zeit, die man braucht, um das Problem vor Ort - sprich hier in Las Vegas - zu lösen. Da ist die Zeit, dann auch noch diese Zeilen zu verfassen noch gar nicht mit eingerechnet. Selbst wenn man in Deutschland bereit wäre [konditionell - sic!], so etwas zu sagen wie „We’re Sorry“, reicht das nicht mehr!

PS: Missstände wie diese fallen gerade hier in Las Vegas besonders ins Auge. Es gibt vielleicht keine andere Stadt in den USA, die so sehr auf Service und jegliche Art von Dienstleistung eingestellt sein muss, wie hier in dieser Wüstenei.
Es mag sicherlich manchen stören, dass so manches "how are you doing, Sir" sogleich wie ein verbal vorauseildendes Handausstrecken nach den nächsten Dollars interpretiert werden mag. Oder es mag übertrieben erscheinen, wenn bei der Ankunft am AVIS Terminal einem schon im Bus die Nummer des Parkplatzes mitgeteilt wird, auf dem der gebuchte Wagen für einen bereit steht: mit geöffneter Heck-Klappe und blinkenden Alarmlichtern.
Und dennoch: ist sowas nicht immer noch unvergleichlich akzeptabler als unsere Service-Wüste in Deutschland?

WS.

[1Dabei stellte sich heraus, dass dieser Dienst mit Sicherheit zur Verfügung stand. Der Präsident von "Sound of Knowledge" zum Beispiel benutzt seinen "Sidekick" Version 2 und outet sich als absoluter Adept dieses Gerätes und der darin integrierten Dienste. Insbesondere dem Messaging Services. Damit sei er überall von seinem Büro auch erreichbar - und das zu vertretbaren Kosten.